Skitouren im Medelsergebiet

...Verhältnisse, wovon man eigentlich nur träumen mag trafen wir vor. Kaum andere Tourengänger, nur ganz wenige Leute in der einmalig gelegenen Medelserhütte, total unverfahrene, fast endlos erscheinende Hänge und dazu erst noch dieses Traumwetter.

 

1800 Höhenmeter zum Auftakt

 

Nach der etwas weiten Fahrt nach Curaglia erfolgte der Aufstieg vorerst gemächlich ins Val Plattas, bevor dann die Hänge steiler und steiler wurden. Schon jetzt zeigte sich, dass die Schneeverhältnisse selbst zu dieser Tageszeit noch absolut ideal waren. Eigentlich schade, so „nur“ direkt zur 2524 m hoch gelegenen Medelserhütte aufzusteigen. Letztlich erreichten wir den über 3000 m liegenden Pass des Fil Liung. Die Abfahrt von dort bei rund 5 cm Pulverschnee und harter Unterlage war wohl einzigartig. Keine andere Spur weit und breit, die tollen Hänge einzig für uns drei. Die zusätzlichen rund 200 Höhenmeter Gegenaufstieg hinauf zur Hütte nahmen wir bei diesen Topverhältnissen gerne in Kauf. Dort wurden wir herzlichst empfangen und kaum zu glauben, keine zehn Personen waren hier anwesend.

Piz Medel und Cima di Camadra am Freitag

 

Die kalte Nacht und ein wolkenloser Himmel am Morgen des zweiten Tourentages versprach wieder einiges. Unsere Vorstellungen wurden dann auch voll erfüllt. Nach knapp 2 ½ Stunden standen wir drei bereits auf unserem ersten Tagesziel, dem 3211 m hohen Piz Medel. Das Panorama von hier oben ist gewaltig. Unter uns die tiefverschneite Greinaebene, gut erkennbar auch die unzähligen Gipfel der Bündner-, Walliser- Berner- und Urneralpen. Nach einer erneut berauschenden Abfahrt über den gut zugeschneiten Medelsergletscher hiess es schon bald wieder anfellen. 

Auch dieser zusätzliche Wiederaufstieg zum 3151m hoch gelegenen Piz Uffiern hat sich gelohnt. Nach gut 1 ½ Stunden, die letzten Höhenmeter angeseilt und mit Steigeisen über den Gipfelgrat, erreichten wir  unser zweites Tagesziel. Von hier über den Buoragletscher hinunter nach Fuorns lagen noch rund 1700 Höhenmeter Abfahrt vor uns. Um diese zu beschreiben, fehlen einem fast die Worte. Total unverfahrene Hänge, oben mit rund 5 cm Pulver und der unterste Drittel in schönstem Sulzschnee trafen wir vor. Faszit: Zwei tolle Tage in unberührter Landschaft, abseits von jeglichem Rummel und dies bei absoluten Topverhältnissen. Schade nur, dass sich nicht mehr Entlebucher SAC-Mitglieder für ein derart gutes Angebot im Clubprogramm begeistern konnten.

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